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Corporate Compliance bei Nonprofit-Organisationen
Es handelt sich eigentlich um einen Bereich
des Chancen- und Risikomanagements
Ziel ist die Vorbeugung gegen Schadensfälle, eine Schadensbegrenzung
durch frühzeitige Aufdeckung von Rechtsverstößen
sowie die Absicherung schadensträchtiger Organisationspflichten
Rechtliche Grundlagen
-
Business Judgement Rule
Ein Geschäftsführer kann sich nur auf sein unternehmerisches
Ermessen berufen, wenn er in der konkreten Entscheidungssituation
alle verfügbaren Informationsquellen tatsächlicher und
rechtlicher Art ausschöpft, die daraus erkennbaren Vor- und
Nachteile sorgfältig abwägt und erkennbaren Risiken Rechnung
trägt.
BGH, Beschluss vom 14. Juli 2008 – II ZR 202/07
Verkehrssicherungspflichten
Verwaltungsrechtliche Verantwortung
Strafrechtliche Sanktionen
Steuerrechtliche Haftungsnormen
Vertragliche Vereinbarungen
- Einstandspflichten
- Garantie, Gewährleistung
Vorteile der Corporate Compliance
-
Unternehmen
- Minimierung von Schadensersatzrisiken
- Qualitätssicherung
- Reputation
- Bestandssicherung des Unternehmens
-
Führungskräfte, Mitarbeiter
- Verbesserung der Unternehmenskultur
- Minimierung von persönlichen Regressrisiken
- Minimierung strafrechtlicher Verantwortung
Besondere Aspekte bei NPO
Sachziel-Dominanz
Stakeholder-Orientierung
Vernetzungsstruktur
Gemeinnütziger Status
Finanzierungsmodalitäten
Führungskultur
Vergütungsstrukturen
Geringer Gewinnkorridor
Wichtige Segmente

Arbeits-/ Sozialversicherungsrecht
Beispiele
Arbeitszeit
z.B. Höchstarbeitszeiten, Ruhepausen/Mindestruhezeiten,
Sonn-/ Feiertag-/ Nachtarbeit
Arbeitsentgelt
-
Statusbezogene Vorschriften
z.B. Altersteilzeit, AÜG, Ausbildung, Ausländer, Eltern-/
Erziehungsgeld, Jugendarbeitsschutz, Mutterschutz
Lohnsteuer-/ Sozialversicherungsrecht
z.B. Scheinselbständigkeit, Abrechnungssicherheit, Eingruppierungsrisiken,
Ermittlung des Steuerabzugs, Künstlersozialkasse
Arbeitsschutz
Persönlichkeitsschutz
z.B. Diskriminierung, Belästigung, Arbeitnehmer-Datenschutz
Kollektivarbeitsrecht
Organisationsrecht /-gestaltung
Beispiele
Außenkommunikation
- Rechtsformzusätze
- Pflichtangaben
- Unterschriftsregelungen
- Internetauftritt
Rechtsformspezifische Pflichten
- Gremieninformation /-einladung
- Pflichtenkatalog der Gremien
- Anzeige- und Veröffentlichungspflichten
Strukturtransparenz
- Aufgabenzuordnung
- Informations- und Berichtswege
- Kontrollstrukturen
Vertragsmanagement
- Vertragsprüfung
- Vertragsgestaltung
- Versicherungsschutz
Steuerrecht
Beispiele
Gemeinnützigkeitsrecht
- Satzungsgestaltung
- Satzungsmäßige Betriebsführung
- Mittelansammlung/ -verwendung
- Vorsorge bei ungewöhnlichen Gestaltungen
Umsatzsteuerrecht
- Abgrenzung der nichtunternehmerischen Sphäre
- Anteilige Vorsteuerermittlung/jährliche Fortschreibung
- Erfassung der Nichtzweckbetriebsbereiche (Steuersatz 19 %)
Spendenrecht
- Tatbestandsvoraussetzungen
- Sachspendenbewertung
- Dokumentation
Betriebsrisiken
Beispiele
Betriebsgenehmigungen
- Bestand und Umfang
- Anpassungsbedarf
- Anzeigepflichten
Betriebsmittelrisiken
- Infrastruktur-Verkehrssicherungspflichten
- Eignung der Betriebsmittel
Betriebsabläufe
- Schutzvorschriften
- Notfallpläne
- Zuordnung von Verantwortlichkeiten
Einnahmerisiken
Beispiele
Auftragseinwerbung
- Sicherstellung der Leistungsfähigkeit
- Dokumentation von Leistungsabsprachen
- Vergaberecht
Leistungs- /Produktionsrisiken
Abrechnungsrisiken
- Erfassung der Leistungsbestandteile
- Vorgaben zur Rechnungsstellung
Erfolgs-/ Zahlungsrisiken
- Solvenz der Vertragspartner
- Verjährung, Ausschlussfristen
- Garantien, Gewährleistungsrisiken
- Regressrisiken
Zuwendungs-/ Kostenrisiken
Beispiele
Einhaltung der Zuwendungsvorgaben
Aufzeichnungspflichten
- Beachtung der GoB
- WerkstättenVO
- Maßnahmendokumentation
Abrechnungsrisiken
- Einhaltung besonderer Abrechnungsvorgaben
- Verjährung, Ausschlussfristen
- Rückforderungsrisiken
Veröffentlichungshinweise
Corporate Compliance - Umgang mit rechtlichen und wirtschaftlichen
Risiken - Folien zum Fachvortrag auf der Werkstätten-Messe 2009 (PDF-Datei).
Nach einführenden Hinweisen zur typischen Krisenentwicklung
werden wichtige Risikoaspekte und das praktische Vorgehen bei der
Errichtung eines Corporate Compliance-Systems erläutert.
Hinweise zur Integration in das Chancen- und Risikomanagement runden die
Darstellung ab.
Konzeptheft Chancen- und Risikomanagement, zusammen mit
Dipl.-Kfm. Christian Koch, npo
consult, Bonn, BFS
Service GmbH, Köln 2003, € 18,00 - gleichzeitig
ein Beitrag zur Optimierung des Ratings nach Basel II
Ein sinnvolles Chancen- und Risikomanagement
ist mit Blick auf die Veränderungen der Rahmenbedingungen sozialwirtschaftlicher
Einrichtungen unverzichtbar: Nur durch Planung, Controlling und
sorgfältige Beachtung von Frühwarnindikatoren kann die
Existenz von Einrichtungen langfristig gesichert werden. Erst durch
das gezielte Aufdecken und Ergreifen von Chancen können Entwicklungen
aktiv mitgestaltet werden.
Hier setzt das als Arbeitshilfe gestaltete Konzeptheft Chancen-
und Risikomanagement an. Zunächst werden die vier Säulen
des Risikomanagements beschrieben: Strategisches Controlling, Frühwarnsystem,
Operatives Controlling und Internes Überwachungssystem und
kurz die typischen Phasen einer Krisenentwicklung dargestellt. Anschließend
wird eine Vorgehensweise für den Aufbau eines Chancen- und
Risikomanagementsystems vorgeschlagen. Zentrales Element darin ist
ein Strategieworkshop zur Ist-Analyse, für dessen Vorbereitung
und Durchführung das Konzeptheft eine Handreichung in Form
von Fragebögen und Checklisten bietet.
Hierbei geht es um die Ermittlung der Stärken & Schwächen
und der Chancen & Risiken der Organisation und deren Bewertung
nach ihrer Bedeutung für die Organisation.
Im konzeptionellen Teil des Konzeptheftes geht es anschließend
darum, die wichtigsten Unternehmens- und Umfeldbereiche, die kontinuierlich
kritisch beobachtet werden müssen, zu definieren und Verantwortlichkeiten
dafür zu klären.
Sodann werden die wichtigsten Instrumente für die Einbindung
des Chancen- und Risikomanagmentsystems in die betriebsinterenen
Abläufe auf ihren Anpassungsbedarf hin untersucht. Vertiefend
kann der Bearbeiter anhand entsprechender Fragebögen Konzeptionen
zur Weiterentwicklung des Rechnungswesens, zur Leistungsverbesserung,
zum Qualitätsmanagement, zur Kundenzufriedenheit und zur Zukunftsgestaltung
entwickeln. Ein kommentiertes Link- und Literaturverzeichnis rundet das
Konzeptheft ab.
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